NIAGARA :: Die unendliche Suche nach dem Sommerhit 2k13 beginnt

VIDEO NIAGARA / Seal

Sobald die ersten warmen Celsius Grade und Sonnenstrahlen auf unsere viel zu weissen, halb-nackten Körper treffen, uns zum schwitzen und brennen bringen und die ersten langen Abende am See mit Grill und Bier beginnen, stellt sich wieder die altbekannte Frage: Welcher Track wird wohl diese Saison mein persönlicher Sommerhit? Ich auf alle Fälle hab schon mal meinen (ersten) Sommerhit gefunden. Und zwar kommt dieser von unseren südlichen Nachbarn, Italien.

Niagara nennen sich David Tomat und Gabriele Ottino, wenn sie zusammen während improvisierten Sessions mit ihren Stimmen, Instrumenten von Ukulele bis Vocoder und Frequenzwahnsinn rumexperimentieren. Was dabei rauskommt ist aber wohl nicht irgendwelcher Arty-Noise-Gedusel, sondern abenteuerlicher, avant-psych-tronica-Trip-Hop in Pop Qualität. Ob das jetzt besser klingt, überlass ich euch, jedenfalls sollte man sich die überaus abwechslungsreiche Platte «Otto» unbedingt mal antun!

Mit verträumten Klängen wird man im Opener «Eight» von Niagara auf eine (noch wirre werdende) Entdeckungsreise eingeladen. Schon beim nächsten Track «Superbe» knallen die Snare Schläge auf die noch verträumten Gedanken ein und kündigen eine ganz andere Richtung an. Von Track zu Track springt man dann von einer zur nächsten Gefühlswelle bis man am Schluss («Galaxy Glacier») im Nirwana der Synthiverwüstung anlangt.



Ein Album, das durch seine popigen und zugleich wirren Kompositionen manchmal besser, manchmal weniger gut funktioniert, insgesamt aber nie ins leere stürzt.

Der Überknaller Track aka Sommerhit 2013 auf diesem Album hab ich euch aber bis jetzt verschwiegen (Video oben). Versteckt zwischen avant-gardischen, an Animal Collective erinnernden, Wirrwarr Krautrock und Beatles-Shoegaze steckt nämlich dieser eine, wunderschöne Pop-Killer. «Seal», der Sommerhit, jedenfalls für die nächsten zwei Wochen, der durch seine eingängige Ukulelemelodie, einen prächtigen Chorus sowie Handgeklatsche und Synthiwahnsinn den Weg ins Gehör, aber nicht mehr hinaus findet.

Das ganze Album «Otto» kann man im hier in Endlosschlaufe anhören und via Monotreme Records zulegen.

CLASSIK SWISS CHOCOLAT schmeckt am Besten

VIDEO CLASSIK SWISS CHOCOLAT / Get Down

In der Musikwelt dreht sich im Moment alles um das (von allen?) langersehnte neue Daft Punk Album «Random Access Memories». Advertisment welche das Interweb auf den Kopf stellt, Tracklist sowie die erste Single «Get Lucky» mit Pharrell kursiert bereits im Internet rum (bzw. wurde released). Aber all das lassen wir jetzt mal weg und konzentrieren uns auf einen Westschweizer Matador mit viel Charme, der in etwa der gleichen Sparte musiziert.

Classik Swiss Chocolat haucht dem Funk, R&B und Soul der 70er neues Leben ein. Als «Future-Soul-Player» betitelt sich der Genfer, mit Wurzeln in Kongo. In einer TED-Konferenz beschreibt Luvanga aka Classik, den Herzschlag als Rhythmus des Lebens, welcher jeder von Geburt an in sich trägt.

Musik für ihn also Lebensnotwendig und weil Pianostunden viel zu teuer sind, brachte er sich autodidaktisch mit Hilfe von Youtube bei, wie man Synthies spielt und experimentierte mit verschiedenen Techniken und aller Art von Tricks. Die Jungs von Colors Record sahen den Durchhaltewillen und das Talent von Luvanga und boten Classik ihr Studio als Spielfläche an. Mit Drumcomputer, Synthesizer, Vocoder und ab und zu Unterstützung von seinen Colors Records-Label-Kameraden werkelt er seitdem an seinem Debütalbum «Be Quiet», welches bald erscheinen wird.



In seiner Musik kombiniert Classik Neuinterpretationen mit viel Spontanität, bereits bestehenden Melodien und einem Groove, den man am liebsten als 'Lift Musik' die ganze Zeit, im Unterbewusstsein, mit sich tragen möchte. Vielfältig und offen für verschiedene Sparten aber trotzdem verankert im Soul und genau dieses lebensfrohe Soul-Gefühl bringt oder spürt man, wenn man sich ein Häppchen dieser Classik Swiss Chocolate gönnt.

Übrigens hat sich Classik an der diesjährigen Demotape Clinic an den M4Music-Festival zwar nicht den Demo of the year Award gesichert, jedoch in der Sparte Electronic verdient den 1. Platz geholt. Auf alles was wir jetzt eigentlich noch warten, ist das Debütalbum des Genevois – hoffentlich verpackt in feinster Schweizer Schokolade.

ANUSHKA :: Vocal Bass Music From The Future



Ich weiss nicht wo ich die Musik von Anushka aus Brighton einordnen soll... Irgendwas zwischen R&B, Bass Musik und Funk. Doch auf die Bezeichnung kommt's ja eigentlich gar nicht drauf an. Ob jetzt Alt-R&B, Soulful-90'House-Revival-Bass-Music oder Vocal Bass Music From The Future (wie Anushka ihre Musik selber bezeichnen), Hauptsache den Ohren gefällt es. Und das scheint bei den Vibes von Anushka bestehend aus dem Producer Max Wheeler und der Sängerin Victoria Port, auf alle Fälle zu zutreffen.

Anushka mischen echo-geladene Drumclaps mit wirren Snares und Breakbeats mit hyptonischen Synth-Melodien zusammen, und lassen diese von der zierlichen, gefühlsvollen Stimme der Sängerin Port umschlingen. Musik zu welcher man tanzen will und zwar nicht nur Live vor einer Bühne sondern auch im Club. So beschreiben sie zum Beispiel im Song «Wired» eine solche unvergessliche Clubnacht «the air's so thick, like breathing smoke» und im Chorus der Gedanke beim durchtanzen «this could be a night like you've never seen it».



Aber auch die Soulful'e mid-tempo Nummer «I Have love 4 you», bei welcher man das Augenmerk mehr auf die wunderbaren Vocals richtet, haben etwas ziemlich frisches und spezielles an sich. Ein Song der uns das Gefühl von einem wunderbaren, sonnigen Tag mit jemanden Besonderem gibt. Ein Song/Gefühl das man am liebsten in Endlosschlaufe hinter sich her ziehen möchte.



Am 14. April veröffentlichen die zwei ihre Debüt-EP «Yes Guess» via Brownswood Recordings bis dahin gibt's als Vorgeschmack einige Songs von Anushka auf Soundcloud sowie ein ziemlich amüsanter Butterface Videoclip!

CHESTER WATSON :: NEXT-GEN RAP

VIDEO CHESTER WATSON / Hobo (Produced by Runna)

Gerade mal 15 Jahre alt ist Chester Watson aus St. Louis (Missouri), genau so viele Jahre muss der junge Rapper auch schon Kiffen und Gin-Trinker sein. Anders kann man sich, seine für diese Alter ziemlich tiefe, erwachsen klingende Stimme nicht erklären.

Aber der Junge hat nicht nur eine Stimme, welche gleichaltrige im Stimmbruch befindende mit Neid nachsehen, sondern kann mit seinem Flow auch locker mit älteren Gleichgesinnten mithalten. Und wenn das nicht schon genug wär, produziert er die meisten seiner Beats auch noch gleich selber.

Auf seinem neusten Mixtape Phantom verschmelzen alle diese Talente und erzählen uns in old school, stoner Manier, was den 15-jährigen Watson gerade so beschäftigt. Unteranderem mit Unterstützung von MF Doom und weiteren, mehr oder weniger Bekannten Hip Hop Genossen.

Nach dem Motto DIY auf ziemlich hohen Niveau, mit viel Talent und Ausdauer, das wird hoffentlich nicht vernachlässigt und bald belohnt. Ich jedenfalls steh hinter Chester Watson. Spätestens beim nächsten Mixtape prophezeie ich seinen verdienten «Durchbruch», soweit er bis dahin immer noch seinem Interesse folgt.

VIDEO CHESTER WATSON / Phantom (Produced by Sammsonite and Stricknine)

Bis dahin gibt's für uns sein Mixtape Phantom als Download für lau!

ATOMS FOR PEACE / AMOK :: FULL ALBUM STREAM



Das Resultat aus der Collaboration zwischen Thom Yorke, Nigel Godrich, Flea, Joey Waronker und Mauro Refosc alias ATOMS FOR PEACE, gibt's jetzt als Stream. Dazu noch ein AskMeAnything (AMA) auf Reddit in dem Thom unter anderem zwei, unfertige, Songs mit Jack White ankündigt, auf eine weitere Zusammenarbeit mit Burial hoffen lässt und und und, ... LOVELY DAY!
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